Das Ziel von Prävention ist die Vorbeugung und letztlich die Verhinderung von sexuellem Missbrauch an Kindern und Jugendlichen.

Ein anderes Ziel ist die Beendigung akuter Übergriffe und der Schutz des Kindes vor weiteren Gewalthandlungen und die Minimierung fortgesetzter Traumatisierungen. Zu diesem Zweck gibt es mittlerweile ein Vielzahl entsprechender Kurse und Trainings zur Vorbeugung.

Ziele von Präventionstrainings:

Präventionsprogramme gelten dann als empfehlenswert, wenn sie ressourcenorientiert ausgerichtet sind und zum Ziel haben, vorhandene Ängste bei Kindern und Erwachsenen abzubauen und keine neuen Ängste auszulösen. Wichtig ist außerdem, dass Kinder informiert und aufgeklärt bzw. sie in ihrer Selbstsicherheit und Selbstständigkeit gefördert werden.

Geeignete Programme sollen das Selbstwertgefühl der Kinder stärken, ihre Wahrnehmungs- und Ausdrucksfähigkeit fördern sowie individuelle Verhaltensmöglichkeiten deutlich machen und anerkennen. Entscheidend dabei ist auch, dass den Kindern vermittelt wird, wie und von wem sie Hilfe erlangen könnten.

Auch Eltern und pädagogisches Fachpersonal sind wichtige Adressaten der Programme, ihnen sollen Wege aufgezeigt werden, die eigenen Handlungsmöglichkeiten und Ressourcen zu erweitern, um ihre Kinder zu stärken und zu fördern.

Werden von den Anbietern Ziele genannt, die unrealistische Erwartungen wecken, ist das ein Hinweis auf die fehlende Seriosität der Angebote:

  • Wenn z.B. in Aussicht gestellt wird, dass die Kinder nach der Teilnahme in Zukunft sicher sind vor sexueller Gewalt.
    Es gibt keinen hundertprozentigen Schutz vor sexualisierter Gewalt.

  • Wenn sich ein Anbieter auf Prävention von sexueller Gewalt durch Fremdtäter/innen konzentriert und nicht verdeutlicht, dass es sich hierbei nur um einen kleinen Ausschnitt der Präventionsarbeit handelt.
    Ca. 95 % der Missbrauchssituationen finden innerhalb der Familie bzw. im näheren Umfeld statt.

  • Ebenfalls als problematisch ist einzuschätzen, wenn Anbieter von sportorientierten Selbstverteidigungskursen Kindern und Eltern vermitteln, Kinder hätten in der körperlichen Auseinandersetzung mit erwachsenen Tätern/innen eine Chance, sich selbst zu befreien und zu schützen.

Körperliche Gewalt spielt nur in einer geringen Zahl von Missbrauchssituationen eine Rolle. Häufig erreichen die Täter/innen durch Manipulation und psychischen Druck ihr Ziel, Kinder sexuell auszubeuten.

Dennoch können Selbstverteidigungskurse eine vorbeugende Wirkung haben und zu selbstsicherem Verhalten von Kindern beitragen, wenn sie als sinnvolle Ergänzung zu anderen Präventionsangebote angesehen werden.

Langfristig gesehen geht es darum, Gewaltstrukturen von Erwachsenen zu Kindern zu verändern und sexuellen Missbrauch in unserer Gesellschaft zu beenden.


Siehe auch www.bundesverein.de